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Weltmilchtag: Milchindustrie zerstört Familien!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (29.04.2022)

Wien, 29.04.2022

Anlässlich des Weltmilchtags am 1. Juni will der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN an die Beziehungen erinnern, die durch die Milchproduktion zerstört werden.

Rund 526.000 sogenannte Milchkühe gibt es in Österreich (Statistik Austria). Jede von ihnen wird jährlich geschwängert und bringt nach neun Monaten ein Kalb zur Welt. Die natürliche, äußerst enge Bindung zwischen Mutter und Kind wird in den meisten Betrieben sofort unterbunden. Perfiderweise argumentiert die Milchlobby, dass eine sofortige Trennung den Tieren weniger Leid bescheren würde. Doch selbst nach der Separierung direkt nach der Geburt brüllen viele Kühe bis zu mehreren Tagen nach ihren Kälbern. Dem VGT werden immer wieder schrecklich klagende Rinder von besorgten Anrainer:innen gemeldet. Vielen Menschen ist dabei nicht bewusst, dass hinter den furchtbaren Klagelauten emotionaler Schmerz stecken kann, erzählt VGT-Aktivistin Lena Remich.

Glückliche Rinderfamilien auf Lebenshöfen

Ein ganz anderes Bild zeigt sich hingegen auf Lebens- bzw. Gnadenhöfen, wo Kühe gemeinsam mit ihren Kälbern den Rest ihrer Leben verbringen können. 2020 fand ein blindes Kalb am „Pferdegnadenhof Edelweiss“ ein Zuhause. Im Norden Deutschlands leben auf Hof Butenland, einem ehemaligen Milchbetrieb, sogar 40 Rinder – darunter auch immer wieder Kühe und kleine Kälber.

Rinderfamilien auf Lebenshöfen zeigen für die Öffentlichkeit oft überraschende Verhaltensweisen: So ist es nicht unüblich, dass manche Kuhmütter ihre Kinder selbst im Erwachsenenalter noch behüten und beschützen. Am Hof Butenland beweisen das Kuhmama Dina und ihr mittlerweile bald 11-jähriger Sohn Mattis: Trotz der äußerst stattlichen Größe des Sohns lässt Mama Dina ihren Sohn kaum aus den Augen, leckt ihn fürsorglich und verbringt ihre Zeit fast immer an seiner Seite.

Auch Kuhmutter Jette und Tochter Jule lassen Unwissende womöglich staunen: Selbst als mehrjährige Jungkuh darf Tochter Jule immer noch bei ihrer Mutter Milch saugen. Die Rinder auf Lebenshöfen zeigen, zu welchen Beziehungen und Emotionen sie eigentlich fähig sind. Sie schließen Freundschaften und tragen auch mal Auseinandersetzungen aus, sie vermissen und suchen einander, sie pflegen und kümmern sich um ihre Artgenoss:innen. Im Jahr 2020 ist ein Dokumentarfilm über das kleine Paradies Hof Butenland erschienen.

Die dunkle Seite der Milchproduktion

All diese Fähigkeiten werden in der Milchindustrie nicht nur verhindert, sondern sind dort sogar unerwünscht. Am besten wäre es für die Betreiber und Betreiberinnen, wenn die Tiere ganz wie Maschinen funktionieren würden. Nur so kann man sich erklären, wie die Milchproduktion – ähnlich wie andere Tiernutzungsbereiche – völlig auf Effizienzmaximierung setzt. Kühe werden jährlich geschwängert und sofort von ihren Kälbern getrennt. Leistungszuchten und Einkreuzungen von Hochleistungslinien sollen die Milchproduktion weiter nach oben treiben. Die Folge: Kranke Kühe, riesige Euter und Geburtsprobleme durch zu große Kälber. Sobald die Milchleistung nachlässt, werden Kühe in den meisten Betrieben aussortiert, sprich zum Schlachthof verkauft. Im Schnitt werden Milchkühe in Österreich keine sechs Jahre alt. Das Schicksal der Kälber hängt zuallererst von ihrem Geschlecht ab. Kuhkälber werden wie ihre Mütter für die Milchproduktion herangezogen. Oftmals noch nicht einmal selbst ausgewachsen, müssen sie ihr erstes Kalb gebären. Stierkälber hingegen erwartet ein noch kürzeres Leben – sie enden entweder als Kalbsfleisch, in eigenen Mastbetrieben oder in Transportern mit Zielen im Ausland.

Was können Sie tun?

Der VGT setzt sich weiterhin insbesondere gegen Kälber- und Drittlandtransporte  und die dauerhafte Anbindehaltung von Kühen ein. Bitte unterstützen Sie unsere Petitionen mit Ihrer Unterschrift!

Petition: transportestoppen.at

 

Tiertransporte und tierquälerische Haltungsformen entstanden nicht einfach so – sie sind das Resultat einer leistungsmaximierenden Tierausbeutung. Wer Kälberexporte reduzieren will, der sollte auch den Milchkonsum reduzieren, so VGT-Aktivistin Lena Remich. Es ist heute einfacher denn je, sich selbst ein Bild zu machen. Tierschutzvereine decken die Schattenseiten der Milchindustrie auf, während Lebenshöfe das unglaublich schöne Potential eines guten Lebens für Tiere ohne menschliche Nutzung aufzeigen. Wir appellieren an alle Menschen, ihr Herz auch für Kühe und ihre Kälber – und letztlich auch für alle anderen Tiere - zu öffnen!

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