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„Falsch und verwirrend“: Wissenschaftskolleg_innen kritisieren JKU-Tierexperimentator

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (09.09.2020)

Linz, 09.09.2020

Viel Kritik erntet die bisher tierversuchsfreie Johannes-Kepler-Universität (JKU) Linz für die Berufung eines deutschen Tierexperimentators. Nun zweifeln auch renommierte Gutachter an der Sinnhaftigkeit seiner Experimente.

Ärzte gegen Tierversuche, Universitäre Plattform, VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN und 17.800 Unterstützer_innen einer VGT-Petition fordern: Die moderne human-medizinische Forschung an der JKU fortsetzen! Kein neues Tierversuchslabor!

Die bisher tierversuchsfreie JKU baut ein Tierversuchslabor für den deutschen Krebsforscher Prof. Dr. Clemens Schmitt. Sie arbeitet damit gegen den internationalen Trend, aus der Tierversuchsindustrie auszusteigen. In Erklärungsnot geraten behauptete die JKU in einem Artikel 1, die Tierversuche ihres neuen Tierexperimentators hätten neue Erkenntnisse geliefert, die eine bessere Prognose über den Krankheitsverlauf einer seltenen Lymphomerkrankung ermöglichen würden. Eine Überprüfung der Quellen für diese Behauptungen, ein Artikel in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications 2, durch den Verein Ärzte gegen Tierversuche ergab ein ganz anderes Bild: Zwei der drei Gutachter 3 kritisieren die Tatsache, dass die riesigen Unterschiede zwischen den benutzten Mäusen und Lymphom-Patient_innen seit Jahrzehnten bekannt sind. So schreibt einer der Gutachter, dass die Arbeit auf der falschen Annahme basiere, dass das verwendete Mausmodell ein Modell für das untersuchte menschliche Lymphom sei. Dies sei ein bedeutender Fehler und die Behauptung, der Mäusekrebs spiegle die klinischen und genetischen Eigenschaften von menschlichen Tumoren wider, sei falsch und verwirrend. Ähnlich kritisch äußert sich der zweite Gutachter. In der Regel können nur etablierte Wissenschafter_innen mit jahrelanger Erfahrung im entsprechenden Bereich Gutachter_innen bei renommierten Journalen wie Nature Communications sein. Das bedeutet, dass selbst große Expert_innen der Lymphom-Forschung sehr skeptisch gegenüber den publizierten Mausergebnissen sind. Dass die JKU diese Studie trotzdem aktiv lobt und behauptet, die Erkenntnisse würden eine präzise Prognose für Lymphom-Patient_innen ermöglichen, ist äußerst unwissenschaftlich und schafft eine falsche Hoffnung für Patient_innen und deren Familien, so Dr.in Dilyana Filipova vom Verein Ärzte gegen Tierversuche.

Um am schlechten Tiermodell zu simulieren, was man von tierversuchsfreier Forschung ohnehin schon wusste 4, mussten in diesem Experiment 130 Tiere schwer leiden und sterben.

Die jahrzehntelangen grausamen Tierversuche von Professor Schmitt in Deutschland und China haben noch zu keiner einzigen konkreten Verbesserung für Patient_innen geführt. Offenbar liefern sie auch keine Erkenntnisse, die für Menschen relevant wären, kommentiert Roland Hoog vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN und appelliert an Rektor Lukas von der JKU, verspielen Sie nicht den guten Ruf unserer Uni! Bauen Sie kein Tierversuchslabor!


Pressemitteilung der Ärzte gegen Tierversuche: Falsch und verwirrend – Tierexperimentator der JKU Linz aus eigenen Forscherreihen kritisiert

VGT-Petition: https://vgt.at/jku

Quellen:

  1. Neue Forschungs-Erkenntnisse ermöglichen präzise Prognose für Lymphom-Patient*innen
  2. Schleich K. et al.: H3K9me3-mediated epigenetic regulation of senescence in mice predicts outcome of lymphoma patients. Nature Communications 2020: 11; 3651
  3. Reviewers' comments auf springer.com
  4. Chapuy B. et al.: Molecular subtypes of diffuse large B cell lymphoma are associated with distinct pathogenic mechanisms and outcomes. Nature Medicine 2018: 24; 679-690

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