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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (20.07.2021)

Wien, am 20.07.2021

Es reicht: Tierschützer:innen besetzen jetzt gerade Vollspalten-Schweinefabrik bei St.Pölten

1200 Mastplätze, erbaut 2015 mit Fördermitteln des österreichischen Steuerzahlers, AMA geprüft, Tiergesundheitsdienst – ABER grauenhafte Zustände, verletzte Tiere, total verkotet.

Woche für Woche und Monat für Monat vergehen, und nichts passiert gegen die grausame Schweinehaltung auf Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu, obwohl 96 % (!) der Bevölkerung eine Änderung wünschen. Aber die Landwirtschaftsministerin Köstinger wiegelt ab, es ginge alles nicht so schnell, die armen Schweinefabriksbesitzer:innen. Tierschützer:innen dachten offenbar eher die armen Schweine und besetzen heute seit 6 Uhr früh kurzerhand eine große Schweinefabrik bei Obermamau nahe St. Pölten. Laut einem Artikel in einer Landwirtschaftszeitung hat der Betrieb 1200 Mastplätze für Schweine, wurde 2015 mit Fördermitteln erbaut und wird AMA zertifiziert und vom Tiergesundheitsdienst betreut. Alles Beruhigungspillen für die besorgte Öffentlichkeit, aber ohne reale Wirkung. Innenaufnahmen aus der Schweinefabrik, die dem VGT zugespielt wurden, zeigen horrende Zustände. Die Tiere haben große, blutende Wunden, abgebissene Ohren und Schwänze. Zusätzlich ist alles mit Kot verklebt, die armen Schweine vollkommen verdreckt. Mit ihren blutenden Wunden müssen die Tiere unversorgt im Dreck liegen. Die Besetzer:innen fordern ein Verbot der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden, verpflichtende Stroheinstreu und mindestens doppelt so viel Platz für die Tiere.

Die Besetzung bleibt bis auf Weiteres bestehen.

VGT-Obmann Martin Balluch ist vor Ort: 80 Schweine sterben pro Stunde österreichweit an diesen Haltungsbedingungen auf scharfkantigen Spalten ohne Stroh. Und dennoch sagen die Betreiber:innen dieser Schweinefabrik in den Medien, dass sie stolz auf ihren Stall sind und wieder so bauen würden. Ohne Stroh. Vielleicht sind sie auch stolz auf die vielen abgebissenen Ohren, auf die blutenden Schwänze, auf die offenen Wunden ihrer Tiere. Vielleicht auch auf den Kot, der überall klebt. Diese Haltung ist eine Katastrophe und sicher nicht eines Landes würdig, das Tierschutz als Staatsziel in der Verfassung anführt. Und diese Katastrophe finanzieren wir Steuerzahler:innen auch noch mit! Den Besetzer:innen ist beizupflichten: es reicht! Das Verbot muss jetzt sofort erlassen werden. Von selbst ändern sich solche Menschen, die auf derartige Zustände stolz sind, sicher nicht.

Weiterführende Info

Video aus der Schweinefabrik
Gewalt: Landwirt schlägt auf Tierschützerin ein
Kontrolle der Behörden hat begonnen

Sendung zum Tema im Tierrechtsradio

Medienmaterial

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