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Die europäische Bürger_inneninitiative „End The Cage Age“

...für ein Ende der Käfighaltung von sogenannten Nutztieren in der Europäischen Union

Hunderte Millionen Tiere fristen in der EU ein tristes Dasein, eingeschlossen in engen, kargen Käfigen. Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „End The Cage Age“ will dieser tierquälerischen Haltung von Tieren in der Landwirtschaft in der EU ein Ende setzen. Über 150 Organisationen aus ganz Europa unterstützen die von Compassion in World Farming ins Leben gerufene EBI und sammelten ihrerseits Unterschriften für die gemeinsame Petition. Auch der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN unterstützt die Initiative von Österreich aus.

Die Unterschriftensammlung für die Europäische Bürgerinitiative End The Cage Age hat mit 11. September und einer unglaublichen Anzahl von über 1,4 Millionen Unterzeichnungen geendet. Ein großer Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, dieses historische Ziel zu erreichen! Noch nie haben sich so viele Menschen für sogenannte Nutztiere ausgesprochen und jedes einzelne dieser Tiere hat nun eine bessere Chance auf ein Leben ohne Käfighaltung. Im nächsten Schritt müssen die zuständigen Minister der EU-Mitgliedsländer davon überzeugt werden, die Forderungen der EBI zu unterstützen.

Käfighaltung von landwirtschaftlichen „Nutztieren“ in Europa

Die Käfighaltung bzw. sehr beengte Haltungen sind bei vielen Tierarten in der EU immer noch erlaubt und an der Tagesordnung. Die Käfige sind meist karg, die Tiere müssen auf dem harten Gitterboden stehen und liegen und sind völlig auf den Menschen angewiesen. Sie können in Notfällen nicht fliehen und ihre artgemäßen Verhaltensweisen nicht ausführen. Oftmals werden die Tiere in Gruppen auf engsten Raum gesperrt, sodass sie sich nicht richtig bewegen oder zur Ruhe kommen können. Dies führt zu gesundheitlichen Problemen. Die Nähe zu Artgenossen bedeutet für viele Tierarten Stress, außerdem können sich Krankheiten so schnell ausbreiten. In der europäischen Landwirtschaft betrifft die Käfighaltung vor allem Legehennen, Kaninchen, Säue, Wachteln, Enten und Gänse. Jung- und Masthühner werden ebenfalls oft in Käfige gesperrt und auch Einzelboxen für Kälber sollen durch die EBI verboten werden.

Legehennen

Österreich war 2009 Vorreiter in der EU mit einem Legebatterieverbot, das der VGT durch eine intensive Kampagne erwirkt hat. Seit 2012 sind konventionelle Legebatterien in der ganzen EU verboten. Weiter erlaubt sind allerdings die ausgestalteten Käfige, die sich nur geringfügig von der konventionellen Käfighaltung unterscheiden. Während diese in Österreich mit Ende 2019 ebenfalls nicht mehr verwendet werden dürfen, sind die ausgestalteten Käfige EU-weit weiterhin die häufigste Haltungsform ohne Aussicht auf ein Verbot. Mehr als die Hälfte der über 400 Millionen Legehennen in der EU sind in Käfigen untergebracht, wobei jedem Huhn nur etwa die Größe eines A4 Blattes zur Verfügung steht. In den Käfigen können die Hennen sich nicht ausreichend bewegen, im Boden picken und Scharren, auffliegen oder Sandbaden. Diese Einschränkung ihres natürlichen Verhaltens führt zu Fehlverhalten, wie das gegenseitige Verletzen und zu Krankheiten und Knochenschwächen. In Österreich erscheint es den meisten Menschen selbstverständlich, dass es in den Supermärkten keine Käfigeier zu kaufen gibt, doch in unzähligen verarbeiteten Produkten und in der Gastronomie finden sich importierte Käfigeier aus dem Ausland. Durch ein EU-weites Verbot dieser tierquälerischen Haltungsform wird jährlich 210 Millionen Hühnern ein Leben im Käfig erspart und auch die „versteckten“ Käfigeier stark reduziert.

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Kaninchen

In der gesamten EU werden fast 120 Millionen Kaninchen als sogenannte Nutztiere in Käfigen gehalten. Jedem Tier steht dabei nur etwa eine Fläche in Größe eines A4 Blatts zur Verfügung, die Käfige sind so klein und überfüllt, dass die Kaninchen nicht ausgestreckt liegen oder mit gespitzten Ohren auf den Hinterbeinen stehen können. Durch die Bewegungseinschränkung kommt es zu geschwächten Knochen und der Drahtboden verursacht schmerzhafte Wunden an den Beinen. Ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Graben, Verstecken und Nahrungssuche können die Tiere in der Käfighaltung nicht ausführen, was zu Stress und Fehlverhalten wie Nagen am Käfig oder exzessivem Putzen führen kann. Da Kaninchen in Käfighaltung sehr Krankheitsanfällig sind, gibt es einen hohen Antibiotikaeinsatz und eine sehr hohe Todesrate. Durch ein EU-weites Verbot dieser tierquälerischen Haltungsform wird jährlich 120 Millionen Kaninchen ein Leben im Käfig erspart.

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Säue

Zuchtsäue werden immer wieder geschwängert, damit neue Ferkel entstehen, die zur Mast verwendet werden. In der EU gibt es etwa 12 Millionen Säue, wobei die Mehrheit der Tiere ca. die Hälfte des Jahres in einem Käfig, dem sogenannten Kastenstand, verbringen muss. Dieser ist so eng, dass sich die Tiere nicht umdrehen können, sie können nur liegen oder stehen. Diese grausame Haltung verbietet es den Tieren, ihrem natürlichen Verhalten nachzugehen und soll dafür sorgen, dass die Ferkel nicht von der Mutter erdrückt werden. Die meisten werden in der frühen Trächtigkeit für fünf Wochen darin eingesperrt und vor der Geburt abermals für fünf Wochen. Dort gebären und säugen sie die Ferkel durch die Gitterstäbe. Normalerweise würde eine Muttersau vor der Geburt ein weiches Nest bauen und nach der Geburt mit den Ferkeln interagieren, der Kastenstand verhindert dieses natürliche Verhalten. Das Liegen auf dem hartem Boden führt oft zu Verletzungen und weil die Tiere sich nicht zum Defäkieren wegbewegen können, entstehen oft Harnwegsinfektionen. Durch ein EU-weites Verbot dieser tierquälerischen Haltungsform wird jährlich 12 Millionen Säuen ein Leben im Käfig erspart.

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Wachteln

In der EU gibt es ungefähr 143 Millionen Wachteln, die sowohl für die Fleisch- als auch für die Eiergewinnung eingesetzt werden. Sehr viele davon werden in Käfigen gehalten, wo sie ihrem natürlichen Verhalten nicht nachkommen können. Wachteln reagieren auf Gefahr oder bei Angst damit, schnell aufzufliegen. Im Käfig können sie sich durch eine solche Reaktion leicht verletzen. Auch bei den Wachteln kann die Enge im Käfig Fehlverhalten wie Federpicken auslösen. In der EU gibt es kein einheitliches Gesetz, das Wachteln schützt. Oftmals werden daher Legebatterien verwendet. Durch ein EU-weites Verbot dieser quälerischen Haltungsform wird jährlich 143 Millionen Wachteln ein Leben im Käfig erspart.

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Enten und Gänse

40 Millionen Enten und Gänse, davon allerdings 90 % Enten, werden jedes Jahr zur Stopflebererzeugung in der EU genutzt. Die letzten beiden Wochen ihres Lebens werden die meisten von ihnen in Käfige gesteckt und zwangsgefüttert („gestopft“). Die meisten Tiere durften bis zu dieser Zeit in einer besseren Haltung leben, oft sogar mit Zugang zu einem Außenbereich. Die Käfige sind dann in der Regel sehr klein, haben einen Gitterfußboden und bieten keine Liegestellen. Das führt zu vielen Verletzungen, die Zwangsfütterung führt außerdem oft zu Entzündungen, Verletzungen der Speiseröhre und zu einer bis zu zehnfachen Vergrößerung der Leber, was sehr qualvoll für die Tiere ist. Durch ein EU-weites Verbot dieser Käfighaltung und der Zwangsfütterung wird jährlich 40 Millionen Enten und Gänse ein grausames Lebensende erspart.

Jung- und Masthühner

In der EU gibt es viele Millionen Jung- und Masthühner, die in Käfigen gehalten werden. Das EU-Recht deckt ihr Wohlergehen nicht spezifisch ab. Durch ein EU-weites Verbot dieser tierquälerischen Haltungsform wird jährlich vielen Millionen Tieren ein Leben im Käfig erspart.

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Einzelboxen für Kälber

In ihren ersten acht Lebenswochen werden die meisten Kälber in der EU in Einzelboxen gehalten. Diese Buchten müssen kaum größer als das Tier sein. Ein Kontakt zur Mutter ist den Kälbern nicht erlaubt. Durch ein EU-weites Verbot dieser tierquälerischen Haltungsform wird den Kälbern diese beengte und einsame Zeit erspart.

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Österreich als Vorreiter

In Österreich sind manche dieser Praktiken bereits verboten. So sind Legebatterien schon seit 2009 in Österreich nicht mehr erlaubt und auch die sogenannten ausgestalteten Käfige sind mit Ende 2019 verboten. Der Kastenstand für Muttersäue ist gesetzlich bereits verboten worden, die Übergangsfrist läuft allerdings noch bis 2033 und es ist noch unklar, wie die Ersatzsysteme aussehen werden. Auch dürfen nach dem österreichischen Gesetz Kaninchen, die zur Fleischherstellung gehalten werden, nicht in Käfige gesperrt werden. Nun gibt es die Chance, die grausame Käfighaltung in der gesamten EU zu verbieten und hunderte Millionen Tiere in der Landwirtschaft davon zu befreien.

Was ist eine europäische Bürgerinitiative

Eine EBI ist ein Instrument der politischen Teilhabe für EU-Bürger:innen und richtet sich direkt an die Europäische Kommission. Insgesamt muss eine Anzahl von einer Million Unterschriften gesammelt werden, die aus mindestens einem Viertel der EU-Mitgliedsstaaten stammen müssen. Wird dieses Ziel erreicht, gibt es im EU-Parlament eine Anhörung, an der auch die Kommission teilnehmen muss. Innerhalb von drei Monaten wird dann beschlossen, ob ein neuer Gesetzesvorschlag gemacht werden kann.

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