Teilen:

Brüterei – Die Zucht von Legehennen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (07.03.2022)

Wien, 07.03.2022

In einer Brüterei werden Eier in Brutkästen ausgebrütet, um eine neue Generation an Legehennen zu „produzieren“. Männliche Kücken werden bereits am ersten Lebenstag getötet, weil sie keine Eier legen können.

Legehennen leben für etwa ein Jahr, bevor sie getötet werden, weil sie nicht mehr genügend Eier produzieren. Dann wird eine neue Generation an Tieren benötigt. Gezüchtet werden die Hennen in Brütereien, wo befruchtete Eier in Brutkästen ausgebrütet werden.

Übersicht über die Brüterei

Legehennen erblicken in tristen Fabriksgebäuden überdimensionierter Brütereien das Licht der Welt und bekommen niemals ihre eigene Mutter zu Gesicht. In Brütereien werden sogenannte Muttertiere gehalten, die am laufenden Band Eier legen müssen. Ausgebrütet werden diese nicht von der Mutter, sondern in einem Brutkasten. Die Brutphase dauert 21 Tage. Wer es bis zum 21. Tag nicht aus dem Ei geschafft hat, wird mitsamt den Schalen der bereits geschlüpften Kücken entsorgt. In der Natur würde die Mutter den Jungen aus dem Ei helfen, wenn diese es nicht alleine schaffen. Noch tragischer wird dieser Umstand durch die Erkenntnis, dass Kücken bereits im Ei mit der Mutter kommunizieren können, z.B. durch Klopfgeräusche und Pieplaute.

Vom Kücken zur Junghenne – oder in den Tod

Zirka die Hälfte der Kücken ist männlich. Männliche Legehühner können weder Eier legen, noch setzen sie genug Fleisch an, um als Masttiere eingesetzt zu werden. Deswegen werden sie bereits an ihrem ersten Lebenstag getötet. Das betrifft fast 10 Millionen Kücken jährlich. Die weiblichen Hühner kommen nach etwa vier Monaten in die jeweilige Haltungsform, wo sie etwa 12 bis 14 Monate leben. Lässt die Legeleistung nach oder werden die Eier nicht mehr benötigt, werden auch sie getötet.

Alternativen zum Kückentöten

Erst langsam finden sich einzelne Alternativen zum Kückentöten, bei denen auch die männlichen Kücken einige Wochen am Leben gehalten werden. So gibt es zum Beispiel Zweinutzungsrassen, die sowohl Eier legen, als auch Fleisch ansetzen. Im Vergleich zu den Lege- und Mastthuhn-Hochleistungsrassen produzieren sie allerdings weniger Eier und Fleisch. Deswegen kostet das Endprodukt mehr und verkauft sich nicht so leicht. Daneben gibt es die Bruderhahnaufzucht. Hier werden die Bruderhähne, also die männlichen Legehühner, mit aufgezogen. Diese Praktik ist bislang für die Betriebe allerdings nicht rentabel, da die Hähne keine Eier legen und nicht viel Fleisch ansetzen, aber dennoch gefüttert und betreut werden müssen. Im Bio-Bereich werden die männlichen Kücken allerdings bereits seit 2017 dank einer Branchenlösung mit dem Handel großgezogen und als mageres Bio-Hühnerfleisch vermarktet. Ein neues Verfahren bietet jetzt allerdings Grund zur Hoffnung: die sogenannte In-Ovo-Geschlechtsbestimmung. Hier soll bereits im Ei das Geschlecht der Kücken festgestellt werden, damit gar nicht erst so viele männliche Hühner ausgebrütet werden. Diese Methode ist allerdings noch nicht praxisreif.

Eier sind nicht notwendig

Auch für Eier müssen also Tiere unnötig leiden und sterben. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Eier in Rezepten zu ersetzen. Die wichtigsten haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Außerdem gelten Eier als hervorragende Quelle von Proteinen. Doch auch mit einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung können alle Nährstoffe bestens abgedeckt werden und das völlig cholesterinfrei.

Weiterlesen

Petition gegen Hühnerquälerei bei der Eierproduktion
Legebatterieverbot in Österreich
VGT deckt illegale Käfighaltung auf
Bildergalerie: So sieht die Eierproduktion wirklich aus

16.09.2026, Bad Goisern

1. Tag der neuen Singvogelfangsaison: VGT dokumentiert Fang bei Bad Goisern

Zwei Singvogelfänger wurden in flagranti bei Vogelfang im Wald der ÖBF erwischt, in 3 Stunden ging kein Vogel in die Fallen

14.09.2026, Salzkammergut

Singvogelfang: VGT beruft gegen ALLE 52 neuen Bescheide, die den Fang erlauben

Morgen beginnt die neue Singvogelfangsaison im OÖ Salzkammergut; der VGT hält die reformierte Artenschutzverordnung für verfassungswidrig und ruft VfGH an

11.09.2026, Klagenfurt

Einladung Klagenfurt: 2 Personen 11 Std auf Schweine-Vollspaltenboden

Einer der Tierschützer:innen wird auf einem klassischen Vollspaltenboden sitzen, der 2034/2038 verboten wird, die andere auf der Neuversion des Vollspaltenbodens, die kein Ablaufdatum hat

10.09.2026, Färöer

Waljagd auf den Färöer-Inseln: VGT spricht mit Walfänger

Heuer wurden schon über 800 Grindwale auf den Färöer-Inseln massakriert – die zu Dänemark gehörende Inselgruppe beruft sich auf Tradition

09.09.2026, Wien

Noch immer kein Schweine-Vollspaltenbodenverbot: VGT-Protest beim Ministerrat

Der VGT erinnert die Regierung daran, dass im Tierschutzgesetz festgelegt ist, dass es ab Ende 2026 einen neuen Mindeststandard für die Haltung von Schweinen geben muss

08.09.2026, Wien

Pferde leiden weiter in der Hitze. Über 100.000 Menschen kämpfen gegen Fiaker in der Innenstadt

Tierschutzorganisationen fordern runden Tisch: Damit im kommenden Jahr keine Pferde mehr unter Hitze, Verkehr und Stress in der Wiener Innenstadt leiden müssen

01.09.2026, Wien

VGT trauert um Legehennen-Pionier Toni Hubmann

Toni Hubmann war Vorreiter in der Legehennenhaltung, auf ihn gehen die strukturierte Weide, das Ende des Schnabelkupierens, das Sandbad, der Wintergarten und die Einstreu-Nester zurück

31.08.2026, Dalsbu, Island

VGT präsentiert aktuelle Fotos von letzter Pelzfarm in Island – fordert Ende

12.000 amerikanische weiße und schwarze Nerze in winzigen Drahtgitterkäfigen – in Österreich kam bereits 1998 das weltweit erste Pelzfarmverbot und löste europaweit Verbote aus