Teilen:

Fiaker in Salzburg - Bürgermeister bleibt Antworten schuldig 

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (04.09.2023)

Salzburg, 04.09.2023

Nach Nicht-Beantwortung von Fragen zum Umgang mit Fiakerpferden durch die Amtstierärztin lieferte auch Bürgermeister Preuner (ÖVP) keine Antworten mit Substanz

Anlässlich zahlreicher Missstände bei den Salzburger Fiakern und einer deutlichen Verschlechterung des Schutzes der Pferde durch den neuen Fiakervertag übermittelte der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN am 3. Juli einen Fragenkatalog an die in Salzburg für Fiaker zuständige Amtstierärztin. Nachdem dieser unbeantwortet blieb und auch die Anfrage für ein Treffen ignoriert wurde, brachte Bürgerlisten-Abgeordneter Bernhard Carl die Fragen als Anfrage im Gemeinderat ein. 

Diese Anfrage beinhaltet die Themen Fütterung und Tränkung der Pferde, Einhaltung der Ruhetage, Hitze– und Kältestress, tierärztliche Kontrollen sowie allgemeine die Pferde betreffende Schutzmaßnahmen, wie sie auch in den letzten Jahren öffentlich diskutiert wurden. Anstatt auf die Fragen einzugehen und diese zu beantworten, hat Bürgermeister Preuner nur mit oberflächlichen und willkürlichen Antworten reagiert. Viele Fragen wurden gar nicht beantwortet. 

Die von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) abgegebene Stellungnahme zeugt von Desinteresse und mangelndem Verantwortungsbewusstsein. Die Behörde schiebt die Verantwortung  auf die Fiakerbetriebe ab und scheint darauf zu vertrauen, dass diese sich selbst kontrollieren. Und das, obwohl der VGT in der Vergangenheit schon mehrmals Vertragsverletzungen und Tierquälereien seitens der Fiaker dokumentiert und zur Anzeige gebracht hat, wie beispielsweise das Quälen eines Pferdes mit Chilipaste und sowohl im Juli 2022 als auch im Juli 2023 brutale Schläge ins Gesicht eines Pferdes. Besonders absurd: Obwohl der VGT im letzten Jahr die systematische Nichteinhaltung der laut damaligem Vertrag verpflichtenden Ruhetage für die Pferde dokumentierte und dem Magistrat übermittelte, wird laut Bürgermeister Preuner die Kontrolle der Ruhetage weiterhin den Betrieben überlassen. Diese Vorgehensweise lässt große Zweifel an der Wirksamkeit der Überwachung und der tatsächlichen Einhaltung von Tierschutzstandards aufkommen. 

Tierschutz ist nicht nur ein moralisches Gebot, sondern auch ein öffentliches Interesse, das in unserer Verfassung verankert ist. Die Fiakerpferde verdienen eine angemessene Betreuung und Fürsorge. Der Bürgermeister und die Stadtverwaltung sind im Sinne der Demokratie und der Transparenz dazu verpflichtet, mit der gebotenen Ernsthaftigkeit auf solche Anliegen der Bürger:innen einzugehen.

Der VGT fordert daher die Salzburger Stadtverwaltung auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden:

  1. Transparenz: Die Bürger:innen haben das Recht auf klare und detaillierte Informationen über die Situation der Fiakerpferde. Die Antworten müssen auf Fakten basieren und die tatsächlichen Bedingungen widerspiegeln.

  2. Überwachung: Die Kontrolle der Tierwohlstandards darf nicht den Betrieben überlassen werden. Unabhängige Kontrollen und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Tiere in einem guten Zustand sind.

  3. Verantwortung: Die Stadtverwaltung muss die Verantwortung für das Wohl der Fiakerpferde übernehmen und sicherstellen, dass die Tiere angemessen versorgt werden. Dies schließt auch den Schutz vor Misshandlung und Gewalt mit ein, welcher definitiv nicht gegeben ist, nachdem sowohl im Juli 2022 als auch ein ganzes Jahr später gefilmt wurde, wie Pferden in aller Öffentlichkeit auf dem Residenzplatz ins Gesicht geschlagen wird. Tierschutz muss wieder Teil des Fiaker-Vertrags werden. 

Georg Prinz vom VGT: Die Art, wie die Salzburger Stadtverwaltung und Bürgermeister Preuner mit kritischen Fragen von Tierschützer:innen umgehen, sind leider ein besorgniserregender Fall von mangelnder Transparenz und von offen zur Schau gestellter Verantwortungslosigkeit! Die oberflächlichen und unzureichenden Antworten auf unsere Fragen zeugen von einem eklatanten Mangel an Interesse für das Wohl der Fiakerpferde. Die Stadt trägt die Verantwortung, sicherzustellen, dass die Tiere angemessen behandelt und ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Außerdem hat die Öffentlichkeit ein Recht, zu erfahren, wie mit Tieren in dieser Stadt umgegangen wird. Scheinbar ist das Motto von Bürgermeister Preuner : "Ich sehe nichts, ich höre nichts und ich sage auch nichts". Es ist schlichtweg empörend, wie Bürgermeister Preuner die Augen vor den offensichtlichen Missständen rund um Salzburgs Fiakerpferde verschließt.

Hier finden Sie alle gestellten Fragen und die Antworten von Bürgermeister Preuner zum Nachlesen.

Petition für ein Fiakerverbot in Salzburg: vgt.at/fiaker-salzburg

13.05.2026, Wien

Wir gewinnen Bronze beim VAMP Award!

Ein großer Erfolg für den VGT und den Tierschutz

12.05.2026, Österreich

Einblicke in den VGT-Tierschutzunterricht

Unterrichtsbeispiele für unterschiedliche Schulstufen - kreativ, interaktiv und altersgerecht!

12.05.2026, Wien

Rechtskräftig: Schweinefabriksbesitzer Hardegg darf VGT nicht terroristisch nennen

Hardegg hat das Urteil des Handelsgerichts Wien anerkannt: der VGT darf nicht „terroristische Vereinigung“ genannt werden und Hardegg muss dem VGT € 5.423,48 bezahlen

08.05.2026, Wien

Gemeinsam für Tiermütter – VGT-Aktion im Herzen Ottakrings

Der VGT macht heute den Yppenplatz zum Aktivismus-Hotspot

08.05.2026, Niederösterreich

FPÖ-Kickl findet das Schlagen von Kindern gut, aber Tierschutz raus aus den Schulen

Fragwürdiger Wertekompass in Pädagogik: in einer gestrigen Presseaussendung will die FPÖ Kinder vor Tierschutz „schützen“, während ihr Chef die „gsunde Watschn“ propagiert

06.05.2026, Wien

Amphibienwanderung Hanslteich erfolgreich abgeschlossen

VGT vermeldet sinkende Erdkrötenzahlen und betont die Wichtigkeit des Tunnelbaus

06.05.2026, Südoststeiermark

VGT zu Styriabrid: die Menschen wollen keinen Vollspaltenboden, egal ob Neu oder Alt

Zur VGT-Demo vor einer „Vorzeige-Schweinefabrik“ mit dem neuen Mindeststandard Vollspaltenboden ab 2034/2038 meinte Styriabrid, die Konsument:innen fänden das gut

05.05.2026, Südoststeiermark

Lauter VGT-Protest nach Aufdeckung vor neuem Vollspaltenboden-Schweinebetrieb

„Strukturierter“ Vollspaltenboden Neu, wie ab 2034/2038 neuer Mindeststandard; Demo betont: der Vollspaltenboden muss weg, es gibt weiterhin keine Rechtssicherheit in der Schweinebranche