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VGT alarmiert: Tierquälerei als nationales Kulturerbe?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (11.03.2024)

Wien, 11.03.2024

Wiens Fiaker wollen heimlich Kulturerbe werden

Nachdem die Wiener Fiaker 2017 mit ihrem Versuch, die Fiakerei zum Kulturerbe zu erklären, krachend gescheitert sind, folgt jetzt der erneute Versuch, sich diese Tierquälerei über die UNESCO abzusichern. Das zeigen Dokumente wie zwei öffentlich einsehbare Empfehlungsschreiben auf der Website der UNESCO, die dort bereits im Mai 2023 hochgeladen wurden, sowie eine Einverständniserklärung der Wiener Fiaker. Stellungnahmen von Tierschutzorganisationen, Pferdeexpert:innen oder Behörden sucht man allerdings vergeblich. Zusätzlich wird auch eine alte Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 über Fiaker bei Hitze ausgegraben, die allerdings den aktuellen klimatischen Bedingungen in der Stadt nicht mehr Rechnung trägt und auch methodische Schwächen aufweist. Auch eine faktische Aufstellung über die Rechtsverstöße der Wiener Fiaker fehlt. Diese Rechtsverstöße, wie Verstöße gegen die Auffahrregelungen, gegen die Fahrzeiten, aber auch Tierschutzverstöße, haben beim ersten Versuch zur Ablehnung des Antrags geführt. Selbst Wiens größter Fiakerbetrieb – Fiaker Paul – räumt ein, dass alleine sein Betrieb 300x im Jahr vom VGT angezeigt wird. Alleine im Oktober 2022 erstatte der VGT über dreihundert Mal Anzeige. Außerdem kam es auch immer wieder zu Gewalt von Fiakerfahrer:innen gegen Tierschützer:innen, die seit etlichen Jahren genau diese Rechtsverstöße dokumentieren.

Auch aus Tierschutzsicht ist klar: Der Fiakerbetrieb entspricht in keiner Weise den natürlichen Bedürfnissen von Pferden: Eine freie Wahl des Kontaktes zu Sozialpartner:innen, Bewegungsfreiheit und freier Zugang zu Futter und Wasser sind nicht möglich. Auch Weiden sind für Wiens Fiakerpferde nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Fiakerei ist außerdem eine profitorientierte Unternehmung zur Belustigung von Tourist:innen auf Kosten fühlender Lebewesen und kein genuiner Ausdruck einer wienerischen Kultur. Viele der Fahrer:innen haben keinen Bezug zu den Pferden und auch keinen Bezug zu einer mutmaßlichen Fiakerkultur. Sie sind bezahlte Dienstleister:innen und nicht mehr. Wie Umfragen belegen ist die österreichische Bevölkerung auch der Meinung, dass die Fiakerei, wie sie derzeit betrieben wird, nicht mehr zeitgemäß ist.

VGT Fiaker-Experte Georg Prinz zeigt sich über diesen Vorstoß entsetzt: Für uns als Tierschützer:innen steht fest: Die Fiaker sind eine Kulturschande, keine Kulturerbe. Dieser erneute Vorstoß ist der verzweifelte Versuch, sich den nicht mehr zeitgemäßgen Umgang mit Tieren als "Tradition" abzusichern. Anscheinend wird hier versucht, an der Öffentlichkeit vorbei zu agieren, nachdem letztes Mal eine breite öffentliche Debatte ausgelöst wurde, die letztlich in der Ablehnung gipfelte. Die Fiaker waren Teil von Wiens Geschichte, sie haben aber keine Zukunft. Auch in Wien wird es Fiaker bald nur noch im Museum geben! Wenn alles mit rechten Dingen zugeht und erneut die ganzen Rechtsverstöße der Wiener Fiaker gewürdigt werden, muss auch diesmal klar sein: Es gibt keine andere Möglichkeit, als diesen Antrag abzulehnen. Tierquälerei ist kein Kulturerbe.

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN wird der Österreichischen UNESCO-Kommission eine umfassende Stellungnahme mit allen Rechtsverstößen und Unfällen der Wiener Fiaker übermitteln und appelliert an die UNESCO, auch die MA 65 und die Tierschutzombudsstelle Wien hinsichtlich der Anzahl und dem Grad der Vergehen zu konsultieren, damit eine objektive Entscheidung möglich ist.

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