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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (11.07.2017)

Wien, am 11.07.2017

Kein Verhütungsprojekt mit Immuno-Kontrazeption im Schaugatter des Lainzer Tiergartens

Nach Anhörung von internationalen ExpertInnen entschieden sich Stadt Wien und VGT gemeinsam gegen das Projekt, allerdings wird Verhütung für die Zukunft nicht ausgeschlossen

Im Lainzer Tiergarten gibt es ein Schaugatter mit ca. 30 Damhirschen und Mufflons, das nach den Vorstellungen des Forstbetriebs der Stadt Wien aufgelöst werden sollte. Und tatsächlich ist die Nutzung von Tieren als bloße Schauobjekte anachronistisch. Daher beteiligte sich der VGT an der Suche nach einer tiergerechten Lösung, die zunächst in einem Verhütungsprojekt mit Immuno-Kontrazeption, also ohne Hormone, angedacht worden war. Doch ein Symposium mit internationalen ExpertInnen auf diesem Gebiet ergab, dass man dieses Projekt im Rahmen eines Tierversuchs hätte durchführen müssen, was den Tieren nicht zumutbar ist. In Zukunft soll daher weiterhin die Verwendung solcher Verhütungsmittel als Teil des Wildtiermanagements im Lainzer Tiergarten im Auge behalten werden, doch für das Schaugatter wird es nicht zur Anwendung kommen. Vielmehr steht eine gewaltfreie Lösung durch eine Trennung der Tiere nach Geschlechtern und Überstellung der Männlichen in den Lainzer Tiergarten im Raum, während die Weiblichen bis zu ihrem natürlichen Tod im Schaugatter bleiben sollen.

Im Lainzer Tiergarten wird unterdessen die vereinbarte Reduktion des Wildbestandes und der Fütterungen mittels Bejagung durchgeführt. Bis zum Jahr 2021 sollen alle nicht-heimischen Tierarten entfernt und die autochthone Schalenwildpopulation mit jener außerhalb des Lainzer Tiergartens vergleichbar sein. Dann müssten sich die Wildtiere durch das natürliche Nahrungsangebot im Lainzer Tiergarten selbst erhalten können und einer Öffnung der Mauer durch Grünbrücken steht nichts mehr im Wege. Die Zukunft des Gebiets wird ein Wildtiermanagement nach Kriterien der Ökologie und des Tierschutzes im Rahmen des sogenannten „Ultima Ratio“ Prinzips sein. Mangels Großraubtieren werden dann die Schalenwildpopulationen in möglichst schonender Weise reduziert, wenn ökologische Indikatoren, wie der Verbiss von Jungbäumen oder der Grad umgewühlter Wiesenflächen, das notwendig erscheinen lassen. Sollte sich aber in Zukunft die Möglichkeit eröffnen, die Immuno-Kontrazeption doch noch anzuwenden, weil die Forschung international ausreichend weit gediehen ist und die entsprechenden Daten und Kontrazeptiva vorliegen, wird das vom Forstbetrieb der Stadt Wien nicht ausgeschlossen.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Die MA 49 und die Stadt Wien haben den VGT von Anfang an in die Lösung der Streitfrage um die Jagd im Lainzer Tiergarten eingebunden und so konnte, trotz mancher Gegensätze, ein gemeinsamer Kompromiss gefunden werden. Es ist zwar sehr schade, dass das Verhütungsprojekt nicht durchgeführt werden kann, doch der Stand der Forschung macht das leider noch nicht möglich. Immerhin gibt es nun eine gewaltfreie Auflösung des Schaugatters ohne dem Abschießen von Tieren. Aber es ist anzuerkennen, dass die Stadt Wien dem Thema Wildtierverhütung gegenüber offen stand. Mit dem vereinbarten Vorgehen im Zusammenhang mit der Überführung der Jagd im Lainzer Tiergarten in ein Wildtiermanagement nach Kriterien von Ökologie und Tierschutz beschreitet die Stadt Wien dennoch neue Wege. Das hat durchaus Potenzial, ein Beispiel für andere Regionen zu werden. Insbesondere steht ja in den nächsten Jahren im Burgenland, in Niederösterreich und in Salzburg die Auflösung zahlreicher Jagdgatter bevor. Zwar ist der Lainzer Tiergarten unverhältnismäßig viel größer, doch hier wird gezeigt, wie es geht, ein umzäuntes Gelände mit einer übermäßig großen Wildpopulation innerhalb von 5 Jahren ins ökologische Gleichgewicht zu bringen.“

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