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Wien, am 27.11.2016

Kälber als Abfall der Milchproduktion

Kälber gelten als Abfall der Milchindustrie und werden meist exportiert. Bereits bis zu ihrer ersten Etappe müssen viele noch nicht mal von der Muttermilch entwöhnte Tierkinder über 12 Stunden in Transportern durchstehen ohne etwas zu trinken zu bekommen.

Keine Kuhmilch ohne Kälber

Noch immer ist es nicht allen Menschen bewusst: ein Säugetier gibt nur dann Milch, wenn es zuvor ein Kind bekommt. So ist das nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Schafen, Ziegen oder Rindern. Um die Milchleistung zu maximieren, werden Kühe nicht nur einmal, sondern jedes Jahr aufs Neue befruchtet (die Laktaktionszeit dauert dann meist ca. 9 Monate/Jahr, 3 Monate Schwangerschaftspause, etc.). Die Befruchtung geschieht heutzutage praktisch immer durch den Tierarzt/die Tierärztin mittels Ejakulat eines männlichen Tieres, das aus dem Katalog ausgesucht wird.

Einnutzungsrassen

Ähnlich wie bei den Hühnern (Legehühner/Masthühner) gibt es auch bei Rindern Rassen, die in einer Eigenschaft auf Höchstleistung gezüchtet wurden und werden. Bei Rindern gibt es Rassen, die auf maximale Milchproduktion gezüchtet wurden, und solche für starkes Muskelwachstum, also viel Fleischansatz. So ergibt sich das Dilemma, dass die männlichen Nachkommen der Milchkühe weniger effizient für die Fleischproduktion sind als Fleischrassen, d. h. sie sind ein Nebenprodukt/Abfall der Milchproduktion.

Es gibt in Österreich Kälbermastbetriebe, wo diese Tiere noch einige Monate gefüttert und dann im Kälberalter getötet und als Kalbfleisch verkauft werden. Sehr viele Tiere werden aber mittels großen Tiertransportern nach Italien und Spanien gebracht und dort mit sogenannten Milchaustauschern gemästet.

So werden jedes Jahr tausende Kälber, also Tierkinder, die eigentlich die Muttermilch der eigenen Mutter trinken sollten, auf eine Reise ins Ungewisse geschickt. Hauptsächlich nach Italien und Spanien, aber das ist oftmals nicht der Endpunkt der Reise, manchmal steht ihnen noch eine Fahrt über das Mittelmeer bevor, nach dieser sie erst getötet werden.

Das Geschäft mit den Kälbchen

Aus ganz Österreich werden die kleinen Kälber zusammengesammelt. Zuvor wurden diese Tierkinder ihren Müttern entrissen und in einen eigenen Stallbereich gebracht. Mutter und Kind rufen oft noch tagelang aufgrund des Trennungsschmerzes nacheinander. Nach zwei Wochen endet das gesetzliche Transportverbot von Kälbern, dann werden sie weggebracht. Oft werden sie von den MilchbäuerInnen und -bauern mittels kleinen Anhängern zu Sammelstellen gebracht, wo sie von LKWs abgeholt werden.

Bei diesen Transporten sind die Tiere stundenlang unterwegs, ohne, dass die Kälber, die auf (Mutter-)Milch angewiesen sind, diese auch zu trinken bekommen können! Es gibt keine Milchbar in Tiertransportern, Wasser vertragen sie nicht. Erst wenn das zweite Ziel erreicht ist – die große Sammelstelle – bekommen sie den Milchersatz zu trinken.

Bergheim in Salzburg: gestoßen, getreten, geschlagen

2014 konnte in der Kälbersammelstelle in Bergheim dokumentiert werden, wie grob die BäuerInnen und ZwischenhändlerInnen mit den Kälbchen umgehen. Sie wurden von der Rampe gestoßen und getreten, von den italienischen Arbeitern wurden sie mittels Stecken mit voller Wucht geschlagen.

Diese armen kleinen Tiere wussten nicht, wie ihnen geschieht. Der VGT hat Anzeige erstattet, die Behörde hat reagiert und u. a. Hinweisschilder an die Tore geheftet, wie die Tiere zu behandeln sind und wie nicht. Wir konnten aufzeigen, dass die Kälbchen über viele Stunden bis nach Spanien transportiert wurden und wir haben die Stallungen gefilmt, wo sie gemästet wurden.

Der aktuelle Fall: Kälbchen-Transporte Steiermark

Nun ist dem VGT neues verdeckt aufgenommenes Videomaterial zugespielt worden. Diesmal aufgenommen im Zusammenhang mit einer Kälbersammelstelle in der Steiermark.

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