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Nein zum Abschuss des ersten Wolfspaares im Österreichischen Alpenraum

Ein Wolfspaar in Osttirol wurde zum Abschuss freigegeben, obwohl es gerade seine Welpen aufzieht.

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Der Petitionstext zum Ausdruck.

Die Unterzeichner:nnen fordern einen sofortigen Stop des Abschussbescheids der beiden Wolfseltern.

Wenn die beiden Elterntiere abgeschossen werden, dann bedeutet das für die Welpen einen langsamen, grausamen Hungertod. Das wäre weder mit dem Tierschutzgesetz noch mit dem Jagdethos zu vereinbaren, diese von der EU Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützten Tiere zu töten.

Rudel sind ortsgebunden und haben positive Effekte auf ihre Umgebung. Herumziehende Einzeltiere, die häufig für Risse verantwortlich sind, würden von einem ansässigen Rudel nicht geduldet.

Wurde in der von Wolfsrissen betroffenen Region in Osttirol bisher genug für den Herdenschutz getan? Ist der Beschluss, zwei Elterntiere zu töten, wirklich verhältnismäßig?

Landesrat Josef Geisler hält trotzdem am Abschussbescheid fest, er meint, man könne die Welpen einfangen und in den Alpenzoo bringen. Ein unfassbarer, nicht umsetzbarer Plan.

Herdenschutz ist sinnvoller als der Abschuss von Wölfen

Genau deshalb treten wir weiterhin für eine friedliche und nachhaltige Lösung im Umgang mit Wölfen ein, nämlich die konsequente Umsetzung von Herdenschutz-Maßnahmen nach dem Vorbild anderer Gebirgsregionen Europas.

Schweiz, Italien, Slowenien, Rumänien und andere Länder und Regionen leben es vor: Dort hat man gelernt, mit der Anwesenheit von Beutegreifern zu leben. Almwirtschaft, Tourismus und Naturschutz in friedlicher Koexistenz: Ja, das ist möglich.

Die Unterzeichner:innen fordern eine sofortige Aufhebung des Abschussbescheids des Wolfspaars in Osttirol, welches gerade seine Welpen aufzieht und umfassenden Herdenschutz, Information für die Schafsbäureinnen und Bauern über Förderung und Umsetzung der Herdenschutzmaßnahmen.

Die Tiroler Landesregierung erteilt Abschussbescheid und Landesrat Josef Geisler hält fest am Abschuss fest, obwohl er weiß, dass das Wolfspaar seine Welpen aufzieht.

Diese Petition richtet sich an die Tiroler Landesregierung und insbesondere an Landesrat Josef Geisler.

 

Hintergrundinformation

Der Wolf erobert seit 20 Jahren die Alpen Stück für Stück zurück. Doch in seiner über 100jährigen Abwesenheit hat sich die Nutztierhaltung grundlegend verändert. Vielerorts weiden Nutztiere, v.a. Schafe, inzwischen unbeaufsichtigt und schutzlos, wodurch es zu großen Schäden durch Wölfe kommt. Dabei wäre der Wolf längst nicht der einzige Grund, Schafe und andere Nutztiere wieder intensiver zu behirten. Profitieren würden neben Wildtieren wie Gämsen und Steinböcken besonders die teilweise übernutzte Pflanzendecke.

Die letzten Wölfe verschwanden aus den Alpen Ende des 19. Jahrhunderts. Während der Wolf auf der Alpennordseite vielerorts schon vor 1800 ausgerottet wurde, hielt er sich in den italienischen Alpen teilweise 100 Jahre länger. Mit seinem Verschwinden wurde auch der Schutz der Schaf- und Ziegenherden, welche vom Wolf am meisten gefährdet waren, überflüssig. Man brauchte die Tiere nicht mehr jede Nacht in eine sichere Koppel zu treiben. Dennoch blieb es vorerst üblich, dass ein Hirte bei den Herden blieb. Nach dem zweiten Weltkrieg änderte sich dies jedoch besonders in der Schweiz und Österreich. Die Schafe wurden fortan im Sommer für drei bis vier Monate ohne Hirten in die Hochlagen der Alpen getrieben, wo sie auf sich alleine gestellt waren. Man nennt dies den freien Weidegang. In Italien und Frankreich hingegen blieb die Tradition, mit den Schafen Hirten in die Alpen zu schicken, mehrheitlich bestehen. So werden etwa in Frankreich noch heute 74 % der Schafherden behirtet.

Es kann also festgehalten werden, dass der freie Weidegang eine neue Erscheinung ist, während die Behirtung eine jahrtausende alte Tradition hat. Dies steht im Gegensatz zu dem, was vielfach von Tierhalter:innen behauptet wird. Sie beziehen sich bei ihrer Ablehnung gegenüber dem Wolf häufig auf die angebliche Tradition des freien Weidegangs.

Problematik der Überweidung

Schafe sind, obwohl sehr massig und keine guten Kletterer, gut an die Bergwelt angepasst. Sie sind ausgesprochen genügsam und legen auch beim mageren Futter der Bergweiden stark an Gewicht zu. Dass Schafe wirkliche Bergtiere sind, ist aber daran ersichtlich, dass sie obersten Höhenlagen bevorzugt beweiden. Diese befinden sich zwischen 2600 und 3100 m.ü.M., also bis zur natürlichen Vegetationsgrenze. Gerade in diesen Zonen ist die Pflanzendecke aber am empfindlichsten und eine Übernutzung kann sehr schnell zu Erosion führen. Erosion wiederum ist eine Ursache für Murenabgänge. Der Boden verliert seinen Halt und gefährdet so möglicherweise Siedlungen oder Kulturen. Hinzu kommt das Artenschutzproblem. Viele Pflanzen sind auf die Hochlagen beschränkt. Sie haben sich seit vielen Jahrtausenden zusammen mit dem Pflanzen fressenden Wild entwickelt. Dieses Wild, in erster Linie Steinböcke und Gämsen, kam aber nie in sehr hohen Dichten vor und nutze die Pflanzen nur extensiv. Daher kommt die Bergflora nur bedingt mit den Schafen zurecht, welche sehr selektiv einzelne Arten intensiv essen. Eine Folge davon kann die Bedrohung der Artenvielfalt sein.

Andernorts sind Schafe hingegen für die Artenvielfalt förderlich, nämlich in den Tälern und den Voralpen (Weiden unterhalb der Waldgrenze). Diese Weiden sind wertvolle Standorte für verschiedene Wildblumen, Vögel und Reptilien, welche im Wald nicht vorkommen. Ohne die Beweidung der Schafe würden diese Zonen verbuschen und anschließend verwalden.

Problematik der Tierkrankheiten

Schafe können, wie wohl alle Tiere, an einer Reihe von Krankheiten leiden. Das Problem ist jedoch nicht in erster Linie, dass Schafe erkranken. Meistens können sie nämlich behandelt werden, da sie ja unter menschlicher Obhut stehen (sollten). Problematisch ist, dass viele dieser Krankheiten auf die nächsten Verwandten der Schafe in der heimischen Tierwelt übertragen werden können, die Gämsen und die Steinböcke. Diese können nicht behandelt werden und reagieren häufig auch stärker auf die Krankheiten, als dies die Schafe tun. Besonders von der so genannten Gämsblindheit ist in diesem Fall häufig die Rede. Diese Krankheit wird durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen und kann bis zum vollständigen Erblinden des Tiers führen. Während Schafe in der Regel nur unter getrübten Augen und Augenausfluss leiden und mit Salbe behandelt werden können, erblindet das Wild häufig vollständig. Vor allem durch die unvermeidlichen Abstürze sterben etwa 30 % der infizierten Wildtiere. Innerhalb von Wildpopulationen kann sich die Gämsblindheit nicht erhalten und verschwindet wieder. Allerdings kommt sie in den meisten Schafherden vor (Schweiz: ca. 90 %) und kann so immer wieder auf Wildpopulationen übergreifen.

Die Moderhinke (auch Klauenfäule genannt) ist eine ebenfalls häufige bakterielle Erkrankung bei Schafen. Sie greift die Klauen (Hufe, Schalen) an und führt zu starken Schmerzen beim betroffenen Tier. Das kann im Extremfall dazu führen, dass das Tier keinen Schritt mehr gehen kann. Auch Viren können von Schafen auf das Wild übergreifen, bekannt ist dies u.a. beim Lippengrind. Neben Schafen erkranken auch Gämsen. Betroffene Tiere können teilweise keine Nahrung mehr aufnehmen und im schlimmsten Fall verhungern. Gegen den Lippengrind ist zwar eine Impfung verfügbar, sie wird jedoch nicht konsequent angewendet.

Diese Aufzählung der auch für Wildtiere gefährlichen Schafkrankheiten ließe sich beliebig fortführen. Tatsache ist, dass im ganzen Alpenraum jährlich tausende Wildtiere sterben, weil sie sich beim Kontakt mit frei weidenden Schafen mit Krankheiten angesteckt haben.

Sind die Schafe im Sommer behirtet oder in Koppeln, finden hingegen kaum Kontakte mit Wildtieren statt. Praktisch ausgeschlossen sind sie, wenn zusätzlich noch Herdenschutzhunde in der Herde leben. Diese vertreiben alles Fremde von ihrer Herde. Darunter fallen nicht nur Wölfe, sondern auch andere Wildtiere. Eine Herde mit Schutzhunden schützt also nicht nur die Schafe vor dem Wolf, sondern auch das Wild vor den Schafen. Damit ist allen geholfen.

Herdenschutz ist machbar

Der erste Schritt, um die Schafhaltung ökologischer zu machen, ist also die Wiedereinführung der Behirtung. Der Hirte hat dabei die Funktion, die Schafe zusammenzuhalten und zu führen. Die Kontrolle des Hirten hat auch den Vorteil, dass dadurch die Todesfälle stark zurückgehen. Im freien Weidegang sterben nämlich auch ohne Wolf durchschnittlich 4 % aller Schafe (Absturz, Blitzschlag, Wetterumschwünge, Verletzungen, wildernde Hunde, etc.), alleine in der Schweiz sind dies jährlich etwa 10.000 Tiere! Mit der Behirtung sinkt diese Quote auf weniger als 1 %.

Als Argument gegen die Behirtung wird häufig angeführt, dass diese wegen der Steilheit und Unübersichtlichkeit der Alpen gar nicht möglich sei. Die Praxis widerspricht dem jedoch. In einigen Alpenregionen Frankreichs, Italiens und der Schweiz wurde mit der Anwesenheit des Wolfs zwangsläufig das Weidesystem gewechselt. Dabei hat sich gezeigt, dass eine Behirtung mit Weideführung von der Topografie her praktisch überall umsetzbar ist. Auch Steilhänge können nach wie vor beweidet werden, was teilweise für den Schutz vor Lawinen nötig ist. Wenn der Hirte die Herde zusammenhält und in der Umgebung bleibt, ist auch der Einsatz von Herdenschutzhunden machbar.

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