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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.06.2008)

Hintergrund-Information


Was ist die ALF (Animal Liberation Front)?

Laut Beschuldigung durch die Staatsanwaltschaft soll eine kriminelle Organisation vorliegen, die (hauptsächlich) unter dem Akronym ALF aktiv sei. Eine kriminelle Organisation ist dadurch charakterisiert, dass es sich um eine große, unternehmensähnliche, hierarchische Organisation handelt. Laut eigenen Polizeiangaben ist die ALF keine große, unternehmensähnliche, hierarchische Organisation. Vielmehr charakterisiert die Polizei die ALF folgendermaßen:

  • „Die ALF besteht aus kleinen, anonymen Zellen ohne zentrale Führung“
  • „Die ALF ist keine Gruppe mit Mitgliedern, sondern ein Beispiel nicht-hierarchischer Aktivität ohne Führung“
  • „Jeder Veganer oder Vegetarier, der unter dem Namen ALF eine Aktion machen will, kann das tun, solange die Aktion unter die ALF-Prinzipien fällt.“

Die Richtlinien der A.L.F. sind:

  • Die Befreiung von Tieren aus den Stätten, in denen sie gequält werden, z.B. Laboratorien, Tierfabriken, Pelzfarmen etc. Die Tiere müssen in ein gutes Zuhause übergeben werden, wo sie frei von Leiden bis zu ihrem natürlichen Ende leben dürfen.
  • Das Zufügen ökonomischer Schäden für all jene, die von der Not und der Ausbeutung der Tiere profitieren.
  • Das Aufzeigen des Horrors und der Gräueltaten, denen Tiere hinter verschlossen Türen ausgesetzt sind, mit Hilfe von gewaltfreien, direkten Aktionen und Befreiungen.
  • Das Ergreifen aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, damit weder Mensch noch Tier während der Aktionen Schaden nehmen.

 


Personen die der VGT in den letzten Jahren kritisierte

Im Weiteren eine willkürliche Auflistung von Personen, Firmen und Organisationen die der VGT in den letzten Jahren heftig kritisierte.

  • Innenminister Günther Platter wurde vom VGT als Lügner bezeichnet
    Im März 2007 diffamierte Günther Platter im Rahmen der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage den VGT auf der Basis falscher Fakten als gewaltbereite Organisation. Der VGT wehrte sich mit einer Klage gegen den ÖVP-Politiker. Diese Klage wurde allerdings vom Gericht abgewiesen, weil der Innenminister Immunität genießt. Falschaussagen eines Ministers sind auf dem Rechtsweg nicht bekämpfbar. Der VGT richtete sich daher anschließend mit einem öffentlichen Appell an den Minister (siehe auch www.ministertaeuschtparlament.at). In Anzeigen in Presse und Standard bezeichnete der VGT die Aussagen des Ministers als Lügen und forderte ihn auf diese richtig zu stellen. Der Minister verweigerte zwar eine Richtigstellung, bekämpfte aber auch nicht den gegen ihn erhobenen Vorwurf der Lüge vor Gericht.

  • Alfons Mensdorff Pouilly wurde wegen Fasanerien kritisiert
    Der VGT sammelte 2004 Informationen über die kommerzielle Fasanjagd des Alfons Mensdorff Pouilly, Ehemann der ÖVP-Politikerin Maria Rauch-Kallat. Tausende Fasane und Enten wurden dort nur dafür künstlich in Massentierhaltungen gezüchtet und bekamen ihre Schnäbel durchbohrt und mit Metallklammern versehen, damit sie dann zahlenden Jagdgästen vor die Flinten gescheucht werden konnten. Ein Fernsehsender strahlte einen Beitrag darüber aus. Unmittelbar darauf verlor der verantwortliche Redakteur seinen Job und der Inhalt des Beitrags wurde öffentlich widerrufen. Nach gerichtlichen Interventionen des VGT kam es zu einer Richtigstellung der Richtigstellung in dieser Sache.

  • Maria Rauch-Kallat verlor Klage gegen den VGT
    Die damalige Tierschutzministerin klagte im Jahr 2005 den VGT wegen eines Flugblattes, in dem sie vehement kritisiert wurde. Die ÖVP-Politikerin verlor diese Klage.

  • ÖVP-Abgeordneter Robert Lutschounig ohrfeigte DDr. Martin Balluch
    Am 5. März 2004 hielt der VGT in Klagenfurt eine friedliche Tierschutz-Kundgebung ab. Der VGT kritisierte in diesem Rahmen die ÖVP wegen des zahnlosen Entwurfs zum Bundestierschutzgesetz. Plötzlich kamen ÖVP-Funktionäre von ihrer Abschlusskundgebung zur Landtagswahl zur Tierschutzkundgebung herüber und begannen die TierschützerInnen zu attackieren. Das Megaphon wurde ihnen entrissen, Transparente beschädigt und der ÖVP-Landtagsabgeordnete Robert Lutschounig schlug DDr. Martin Balluch mit der flachen Hand ins Gesicht. Über diese unrühmliche Attacke wurde in den wichtigsten Kärntner Tageszeitungen einen Tag vor der Wahl prominent plaziert berichtet. Die ÖVP musste bei dieser Wahl große Verluste hinnehmen.

  • UNIQA & Dr. Christian Konrad werden wegen der Jagd bedemonstriert
    Wenige Tage vor der Polizeiaktion gegen Tierschützer am 21.5.2008 startete der VGT eine Aktion gegen das Betreiben einer Jagd durch die Versicherungsgesellschaft UNIQA. Vor der Aktionärshauptversammlung am 19. Mai 2008 hielt der VGT eine Demonstration ab. In der Hauptversammlung selbst wurde in einer längeren Wortmeldung die Jagd zur Großkundenpflege scharf kritisiert und zu bedenken gegeben, dass diese Geschäftspolitik bei anhaltenden Protesten durch den Tierschutz zu einem ernsten Imageproblem für die UNIQA werden könnte. Aufsichtsratsvorsitzender der UNIQA ist Dr. Christian Konrad, der selbst passionierter Jäger und Landesjägermeister von Niederösterreich ist. Der UNIQA wird eine Nähe zur ÖVP nachgesagt. Über Dr. Konrad heißt es in der Wikipedia, dass er „dem Vernehmen nach“ einen „nicht unbedeutenden Einfluss auf Politik und Medien“ haben soll.

  • Jäger im Allgemeinen
    Der VGT und auch die anderen von der Polizeiaktion betroffenen Vereine haben gemeinsam, dass sie sich mit vehementer Kritik gegen die Jagd richten. Gerade in den letzten Jahren ist die Jagd auch tatsächlich zunehmend aufgrund dieser Tierschutzvereine ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Fragwürdige Jagdpraktiken wie die Jagd auf extra gezüchtete Tiere, wie Fasane, Enten, Wildschweine, Hirsche und sogar Hasen, werden öffentlich kritisiert.

    Die JägerInnen spüren zunehmend diesen Druck. Die diesjährige 14. Jägertagung widmete sich extra diesem Thema. Dort wurde allerdings auch lobend erwähnt, dass sich die österreichische Bundesregierung international als eine Speerspitze des Jagdschutzes präsentiere und dass der Innenminister schon sicherstellen würde, dass kein zu scharfes Waffengesetz die Waffenleidenschaft der JägerInnen durch Einschränkung des Zugangs behindern werde.

    JägerInnen sitzen an vielen einflussreichen Knotenpunkten des Staates. Das reicht von Bürgermeistern, Polizeikommandanten und Bezirkshauptleuten bis zu Richtern und Staatsanwälten. Auch unter hohen Beamten und Politikern sind Jäger anzutreffen. Das wurde beispielsweise auch wieder einmal öffentlich, als Peter Pilz interne Emails aus dem Innenministerium veröffentlichte aus denen hervorging, dass an eine ganze Reihe von Beamten aus dem Innenressort Jagdeinladungen ergangen sind. Eine dieser Einladungen kam auch von Alfons Mensdorff Pouilly. (siehe eigener Punkt oben)

  • Kleider Bauer, Peter und Werner Graf, Kampagne gegen den Pelzverkauf
    Nach der Kampagne gegen den Pelzverkauf bei Peek&Cloppenburg, die im August 2006 erfolgreich beendet werden konnte, startete im Oktober 2006 der VGT eine Kampagne zur Beendigung des Pelzverkaufs der Firma Kleider Bauer.

    Während die genau gleich geführte Kampagne gegen den Pelzverkauf bei P&C mit der Polizei praktisch friktionsfrei verlief, schlug die Polizei nach kürzester Zeit bei der Kampagne gegen den Pelzverkauf bei Kleider Bauer eine andere Tonart an. Demonstrationen wurden untersagt, anfangs mit dem fragwürdigen Argument, dass diese Demos die öffentliche Sicherheit gefährden würden, später wurde auch das Argument der Geschäftschädigung ins Treffen geführt. Die Verbote trieben interessante Blüten, so wurde den DemonstrantInnen verboten die Worte „Kleider Bauer“, „Pelz“ und „Tierquälerei“ zu verwenden.

  • Tierversuchslobby
    Auch Tierversuche werden vom VGT scharf kritisiert. Im Dezember 2005 wurden Versuche an Menschenaffen in Österreich verboten. Der VGT fordert schon seit Jahren eine Reform des überalteten Tierversuchsgesetzes. Nach Demonstrationen vor Pharmafirmen im Jahr 2006 suchten unbekannte Männer das Büro des VGT auf und drohten, dass sich die Pharmaindustrie derartige Aktivitäten nicht gefallen lassen würde und dass sich der Verein und seine Angestellten vorsehen sollten.

  • Agrar-Lobby
    Abgesehen von Größen in der Nutztierproduktion wie der Liechtenstein’schen Gutsverwaltung und der Maximilian Hardegg Gutsverwaltung, die wiederholt vom VGT kritisiert und auch angezeigt wurden, sind im Agrarbereich vor allem die gesetzlichen Fortschritte, die erzielt werden konnten, bemerkenswert. Das Legebatterieverbot von 2004 war wohl Überraschung und Schock für die Agrarlobby gleichzeitig. Eigentlich wurde bis zuletzt nicht mit einem echten Verbot gerechnet, dass dann aber aufgrund des großen öffentlichen Drucks doch durchgesetzt werden konnte. Ebenso überraschend für die Agrar-Lobby kam das Verbot der Käfighaltung bei der Kaninchenmast und –zucht 2007.

    Der VGT konzentriert seine Aktivitäten derzeit auf die Kritik an der Schweinehaltung in Österreich. 2006 präsentierte der Verein eine umfangreiche repräsentative Detailstudie zur Schweinehaltung, die katastrophale Zustände ans Tageslicht brachte. Die Schweineproduktion nimmt mit einem jährlichen Produktionswert von etwa 700 Mio Euro ein gutes Viertel des gesamten Produktionswertes von Tierprodukten in Österreich ein.

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