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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.09.2021)

Tirol, am 05.09.2021

Pressekonferenz zum Wolf in Tirol mit Wolfsexperten Wolfsfellner und dem VGT

Die Panikmache wegen des Wolfs ist völlig übertrieben, es gab nur 10 Jungwölfe, die heuer durch Tirol gestriffen sind, pro Tag wandert so ein Tier bis zu 192 km.

Am 2. September 2021 lud der VGT ins Restaurant Vaca Loca in Innsbruck zu einer Pressekonferenz über den Wolf in Tirol. Der Wolfsexperte und Naturfotograf Bruno Wolfsfellner aus Wörgl eröffnete mit der Feststellung, dass heuer nur 10 Jungwölfe in Tirol nachgewiesen worden sind, ähnlich wie im letzten Jahr. Es gibt keine Rudel in Tirol, im Gegensatz zur Schweiz, wo es bereits 10 Rudel mit insgesamt 100 Individuen gibt. Die neue Verordnung der Landesregierung, die den Abschuss von Wölfen erlauben soll, wenn er Nutztiere gerissen hat, ist absurd. Weil solche Jungwölfe wandern bis zu 192 km pro Tag. Ein besenderter Wolf ist sogar von Sachsen bis nach Belarus, also 1500 km, in 30 Tagen gewandert. Bis also die Abschusserlaubnis da ist, ist der Wolf schon längst weg und es trifft einen ganz anderen Wolf, der zufällig vorbei gekommen ist. Und Wolfsfellner konnte die Menschen beruhigen. Er selbst hatte schon zahlreiche Begegnungen mit Wölfen, die bis zu 3 m an ihn heran gekommen waren, aber nie ist es gefährlich geworden. Der Mensch fällt nicht in das Beuteschema des Wolfes und deshalb gibt es eigentlich nur Wolfsangriffe, wenn die Wölfe angeschossen worden sind, oder wenn sie die Tollwut haben. Die Tollwut gibt es aber in Tirol nicht.

Nicole Staudenherz, VGT-Kampaignerin für Tirol, berichtete von ihrer Petition zum Schutz des Wolfes mit 1266 Unterschriften, die im Landtag abgegeben worden ist. Sie plädierte für Herdenschutz statt Abschuss. Der Tourismus ist nicht durch den Wolf gefährdet. Nicht nur, dass Wanderer aus dem Ausland auch ihre Petition unterschrieben haben. In der Lausitz in Deutschland leben einige Wolfsrudel und dort gibt es Wolfshotels und Wolfsführungen sowie Wolfswanderungen. Man müsse eher fragen, ob der Tourismus dem Wolf schadet, und nicht der Wolf dem Tourismus.

Zuletzt sprach VGT-Obmann Martin Balluch. Er lebt zwar nicht in Tirol, aber mit seinen beiden kleinen Töchtern und seiner Partnerin im Wald in der Obersteiermark. Und die ganze Familie freut sich schon darauf, einmal abends ein Wolfsrudel heulen zu hören. Aber Balluch hat über 15 Jahre regelmäßig mehrwöchige Zeltwanderungen durch die Südkarpaten unternommen und dort Wölfe getroffen und ist tagelang ihren Spuren gefolgt. Nie kam es zu gefährlichen Situationen. Die Südkarpaten sind genauso von Menschen besiedelt, wie Tirol, und es gibt überall Forstarbeit und Almen. Aber jede der Schafalmen ist behirtet und von Herdenschutzhunden geschützt. Balluch hatte insgesamt etwa 50 Begegnungen mit solchen Herdenschutzhunden und ist nie zu Schaden gekommen. Dabei sind die Südkarpaten flächenmäßig mit den Alpen zwischen Osttirol und Wien vergleichbar und beherbergen mehrere tausend Wölfe. Balluch berichtete auch, dass 2019 in ganz Österreich 5 % der Schafe auf der Alm an Krankheiten oder Wetterunbill gestorben sind. Der Wolf hat nur ¼ Promille der Schafe gerissen. In Kals in Osttirol starben 2017 sogar 8,8 % der gealpten Schafe. Deshalb gibt es aus Tierschutzgründen, und nicht wegen dem Wolf, im Tiroler Oberland 2 große Behirtungsprojekte von Schafalmen mit Nachtpferch, die 2021 begonnen haben. Allein aus Tierschutzgründen müssen die Schafherden besser geschützt werden, um die hohe Todesrate auf der Alm zu reduzieren. Gleichzeitig werden die beiden Projekte auch zeigen, ob dadurch die Wolfsrisse verhindert werden können. Österreich ist von Menschen dünner besiedelt als z.B. Italien, Polen und die Slowakei, hat aber gleichzeitig eine wesentlich geringere Wolfsdichte. Da fragt man sich schon, warum ausgerechnet in Tirol so ein Geschrei um den Wolf angezettelt worden ist.


Sendung zum Thema im Tierrechtsradio:

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